Kurze Übersicht  Prinzip und Funktion der Überdruckbelüftung

           Vortrag Theorie und Praxis Überdruckventilation

Wie im Bild gezeigt basiert die Überdruckbelüftung darauf, dass mit Hilfe des TYPHOON Überdruck-Belüftungsgeräts im Gebäude ein höherer Druck erzeugt wird, als in der Umgebungsatmosphäre. Der erzeugte Überdruck hat das Bestreben wieder aus dem Gebäude zu entweichen. Hierbei werden die Rauchgase mit durch die im Gebäude befindlichen, bzw. von der Feuerwehr geschaffenen Öffnungen nach draußen geleitet.
Es ist von größter Wichtigkeit, dass alle Einsatzkräfte dieses Prinzip verstanden haben und die später genannten Grundregeln befolgen.
Bei richtiger Anwendung lassen sich die Rauchgasschäden an Gebäuden drastisch reduzieren. Die Einsatzkräfte können einfacher und sicherer vorgehen. Der Gefahr eines Flashovers wird vorgebeugt. Einige Grundregeln sind allerdings zu beachten, damit die Überdruckbelüftung und der Einsatz der TYPHOON Geräte problemlos ablaufen kann.

  • Stellen Sie das Gerät sicher auf, so dass es den Einsatz nicht behindert oder aus irgendwelchen Gründen umfallen oder umgerissen werden kann.
  • Ein Überdruck-Belüftungsgerät wird immer außerhalb des Gebäudes aufgestellt. Sie müssen also das Gerät nie in das Brandobjekt tragen. Nur in besonderen Fällen kann es angebracht sein, ein zusätzliches Gerät innerhalb des Gebäudes aufzustellen. Dies wird nochmals gesondert erklärt.
  • Wenn möglich sollte der vom Gerät gebildete Luftkegel (siehe Bild) die Einblasöffnung vollständig abdecken. Ansonsten kann der Überdruck bereits an der Einblasöffnung wieder entweichen. Dies mindert die Effizienz.
  • Gemäß einer Faustregel soll das Gerät so weit von der Einblasöffnung entfernt aufgestellt werden, wie die Öffnung hoch ist. Bei einer 2 m hohen Tür wäre der richtige Abstand also 2 m.
  • Nutzen Sie, falls erforderlich, Möglichkeiten zum Verkleinern der Einblasöffnung (Rolltore herunterlassen) oder stellen Sie mehrere Geräte nebeneinander auf.
  • Der Überdruck soll mit dem Brandrauch zusammen an der Ausblasöffnung wieder entweichen. Diese ist Idealerweise genau so groß, wie die Einblasöffnung.
  • In der Praxis wird das Verhältnis zwischen Einblas- und Ausblasöffnung nur schwer zu bestimmen sein. Versuchen Sie aber möglichst das Verhältnis zwischen 0,75 und 1,5 zu halten.
  • Es ergibt sich daraus, dass bestimmte Bereiche gezielt belüftet werden sollen. Schaffen Sie deshalb nicht zu viele oder zu große Öffnungen
  • Die Luftführung erfolgt durch Öffnen und Schließen von Fenstern und Türen. In bestimmten Fällen, z.B. bei ausgedehnten Objekten kann es sinnvoll sein, die Luftführung mit zusätzlichen Geräten im Inneren des Gebäudes zu unterstützen.

Die folgenden Bilder zeigen, wie ein Gebäude schrittweise und zielgerichtet vollständig entraucht werden kann. Das TYPHOON Überdruck-Belüftungsgerät braucht hierbei nicht versetzt werden und bleibt immer außerhalb des Gebäudes.

 

Durch falsch angewendete Art der Belüftung ist die Wirkung beeinträchtigt. Im Extremfall können die Rauchgase sogar weiter im Objekt verteilt werden. Beachten Sie daher:
  • Schaffen Sie die Ausblasöffnung gleichzeitig mit der Inbetriebnahme des Geräts. Dadurch vermeiden Sie die weitere Ausbreitung des Brandrauchs im Gebäude.
  • Bei zu kleiner Ausblasöffnung kann nicht genügend Überdruck zusammen mit den Brandgasen entweichen.
  • Bei zu großer Ausblasöffnung kann sich nicht genügend Überdruck im Objekt aufbauen, das Verfahren ist dann nicht mehr effektiv.
  • Halten Sie alle Öffnungen am Gebäude geschlossen, die nicht der Entrauchung dienen sollen.
  • Öffnen Sie Türen innerhalb des Gebäudes nur zu den Bereichen, die zu entrauchen sind. Alle anderen Türen sollen geschlossen bleiben.
  • Gehen Sie von Stockwerk zu Stockwerk, von Raum zu Raum vor. Dies ist wesentlich effektiver, als das gesamte Objekt auf einmal zu entrauchen.
  • Schließen Sie Türen zu bereits rauchfreien Räumen wieder.

 

Die Verwendung möglichst leistungsfähiger Geräte ist hier sinnvoll.

Die Überdruckbelüftung funktioniert auch an hohen und ausgedehnten Objekten, wenn die zuvor erwähnten Grundsätze eingehalten werden. Falls möglich sollte der Effekt der Thermik genutzt und die Ausblasöffnung möglichst weit oben sein. Die Funktion von RWA’s kann unterstützt werden. Je größer das Objekt, desto länger wird es dauern, bis sich der benötigte Überdruck aufgebaut hat.

 

 

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